Compliance

Was ist CASL und was verlangt es in Kanada?

CASL, Kanadas Anti-Spam-Gesetz, ist die Regelung für kommerzielle elektronische Nachrichten an Empfänger in Kanada.

Die erste Hürde des Gesetzes ist die Einwilligung: Sie brauchen sie in der Regel vor dem Versand der ersten Nachricht. Es regelt kommerzielle elektronische Nachrichten an Empfänger in Kanada.

Die folgenden Anforderungen orientieren sich am konsolidierten Gesetzestext, veröffentlicht vom kanadischen Justizministerium.

Was verbietet das Gesetz?

Den Versand einer kommerziellen elektronischen Nachricht ohne Einwilligung und ohne die vorgeschriebenen Inhalte:

It is prohibited to send or cause or permit to be sent to an electronic address a commercial electronic message unless

(a) the person to whom the message is sent has consented to receiving it, whether the consent is express or implied; and

(b) the message complies with subsection (2).

Die zweite Anforderung verlangt, dass die Nachricht den Absender und den Auftraggeber nennt, Kontaktinformationen bereitstellt, die der Empfänger nutzen kann, und eine Abmeldefunktion enthält.

Zwei Punkte zum Anwendungsbereich, die oft übersehen werden. Das Gesetz gilt für Nachrichten an eine elektronische Adresse, was nicht auf E-Mail beschränkt ist – Textnachrichten und Messaging-Konten fallen also ebenfalls darunter. Und das Gesetz stellt ausdrücklich klar, dass es keine Rolle spielt, ob die Nachricht ankommt: "it is immaterial whether the electronic address to which an electronic message is sent exists or whether an electronic message reaches its intended destination." An eine tote Adresse zu senden, ist trotzdem Senden.

Was gilt als Einwilligung?

Ausdrückliche Einwilligung oder konkludente Einwilligung in vier definierten Fällen.

Die konkludenten Fälle bilden eine abschließende Liste, und der erste davon ist derjenige, auf den sich die meisten Unternehmen stützen:

consent is implied only if

(a) the person who sends the message ... has an existing business relationship or an existing non-business relationship with the person to whom it is sent;

(b) the person to whom the message is sent has conspicuously published ... the electronic address to which the message is sent, the publication is not accompanied by a statement that the person does not wish to receive unsolicited commercial electronic messages at the electronic address and the message is relevant to the person’s business, role, functions or duties in a business or official capacity;

(c) the person to whom the message is sent has disclosed, to the person who sends the message ... the electronic address to which the message is sent without indicating a wish not to receive unsolicited commercial electronic messages at the electronic address, and the message is relevant to the person’s business, role, functions or duties in a business or official capacity; or

(d) the message is sent in the circumstances set out in the regulations.

Die Absätze (b) und (c) sind enger, als sie aussehen. Beide verlangen, dass die Nachricht für die Rolle der betreffenden Person relevant ist. Eine veröffentlichte Geschäftsadresse berechtigt also nicht zur Aufnahme in einen allgemeinen Marketingverteiler. Beide greifen außerdem nicht, wenn die Adresse zusammen mit einem Hinweis veröffentlicht oder übergeben wurde, der unerbetene Post ablehnt.

Wie lange gilt eine konkludente Einwilligung?

Zwei Jahre oder sechs Monate, je nachdem, worauf sie beruht.

Das Gesetz definiert die bestehende Geschäftsbeziehung anhand des auslösenden Ereignisses und versieht jedes mit einer Frist:

existing business relationship means a business relationship ... arising from

(a) the purchase or lease of a product, goods, a service, land or an interest or right in land, within the two-year period immediately before the day on which the message was sent ...

(e) an inquiry or application, within the six-month period immediately before the day on which the message was sent ...

Konkludente Einwilligung verfällt also. Ein Kunde, der vor drei Jahren bei Ihnen gekauft und nie ausdrücklich zugestimmt hat, darf nicht mehr angeschrieben werden, und jemand, der sich vor sieben Monaten erkundigt hat, ebenso wenig. Diese Anforderung beeinflusst am stärksten, wie Sie Einwilligungen in einer Datenbank abbilden: Die Tatsache, dass die Einwilligung konkludent war, reicht nicht aus – Sie brauchen das Datum und das Ereignis, das sie begründet hat.

Was muss die Abmeldefunktion leisten?

Kostenlos funktionieren, auf demselben Kanal, und sechzig Tage lang erreichbar bleiben.

The unsubscribe mechanism referred to in paragraph 6(2)(c) must

(a) enable the person to whom the commercial electronic message is sent to indicate, at no cost to them, the wish to no longer receive any commercial electronic messages, or any specified class of such messages ... using

(i) the same electronic means by which the message was sent, or

(ii) if using those means is not practicable, any other electronic means that will enable the person to indicate the wish

mit einer Frist und einer Gültigkeitsdauer:

The person who sent the commercial electronic message ... must ensure that effect is given to an indication sent in accordance with paragraph (1)(b) without delay, and in any event no later than 10 business days after the indication has been sent, without any further action being required on the part of the person who so indicated.

Die Adresse, auf die Sie verweisen, hat eine eigene Lebensdauer:

The person who sends the commercial electronic message ... must ensure that the electronic address or World Wide Web page referred to in paragraph (1)(b) is valid for a minimum of 60 days after the message has been sent.

Diese Sechzig-Tage-Gültigkeit gilt auch für die Kontaktinformationen in der Nachricht, und sie ist eine betriebliche Anforderung, keine redaktionelle. Ein Abmelde-URL-Schema, das nicht mehr auflöst, sobald eine Kampagne archiviert wird, verstößt dagegen.

Welche Ausnahmen gibt es?

Eine kurze Liste, und sie betrifft die Nachricht, nicht den Empfänger.

Section 6(6) hebt die Einwilligungspflicht für eine Nachricht auf, die ausschließlich

(a) provides a quote or estimate for the supply of a product, goods, a service, land or an interest or right in land, if the quote or estimate was requested by the person to whom the message is sent;

(b) facilitates, completes or confirms a commercial transaction that the person to whom the message is sent previously agreed to enter into with the person who sent the message

zusammen mit Garantie-, Rückruf- und Sicherheitsinformationen sowie der Lieferung von Waren oder einer Dienstleistung, auf die der Empfänger Anspruch hat. Section 6(5) nimmt gesondert Nachrichten zwischen Personen mit einer persönlichen oder familiären Beziehung aus sowie Anfragen an jemanden zu dessen geschäftlicher Tätigkeit.

Das entscheidende Wort in den meisten dieser Ausnahmen ist ausschließlich. Eine Bestätigung mit einer angehängten Werbung ist nicht ausschließlich eine Bestätigung, genauso wie der Primary-Purpose-Test von CAN-SPAM eine gemischte Nachricht als kommerziell einstuft.

Was ändert sich für mein Programm?

Einwilligung wird zu einem empfängerbezogenen Fakt mit Herkunftsnachweis, nicht zu einem einfachen Flag.

Wenn Sie kanadische Empfänger anschreiben, müssen Sie für jeden einzelnen wissen, ob die Einwilligung ausdrücklich oder konkludent ist, welches Ereignis sie begründet hat und wann. Ein einzelner Boolean kann die Frage, die das Gesetz stellt, nicht beantworten. Bird speichert Einwilligungen als Aussagen mit dem Zeitpunkt der Einwilligung, und genau diese Struktur wird hier benötigt; unter Messaging-Präferenzen erfahren Sie, wie Sie ein Opt-in erfassen und was nötig ist, um ein Opt-out rückgängig zu machen.

Kurz gesagt

  1. Die Einwilligung steht an erster Stelle und kann ausdrücklich oder konkludent sein.

    Das Gesetz lässt beides zu, was es praxistauglich macht, und definiert konkludente Einwilligung eng, statt sie dem Ermessen zu überlassen.

  2. Eine bestehende Geschäftsbeziehung läuft ab.

    Zwei Jahre ab einem Kauf, sechs Monate ab einer Anfrage. Danach ist die daraus entstandene konkludente Einwilligung erloschen.

  3. Es erfasst Nachrichten, nicht nur E-Mail.

    Das Gesetz reguliert kommerzielle elektronische Nachrichten an eine elektronische Adresse, was Textnachrichten und Messaging-Konten einschließt.

  4. Die Abmeldefunktion hat sowohl eine Gültigkeitsdauer als auch eine Frist.

    Zehn Werktage, um sie umzusetzen, und die Adresse oder Webseite muss sechzig Tage nach dem Versand der Nachricht weiterhin funktionieren.

Bauen Sie auf demselben Netzwerk auf.

Ein Test-API-Schlüssel steht Ihnen sofort zur Verfügung. Der Produktivbetrieb wird freigeschaltet, sobald Sie eine Zahlungsmethode hinzufügen und einen Absender verifizieren.

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